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Claudia Brefeld                                                                     artgerecht & ungebunden




Jûnichô

 

Das jûnichô gehört mit seinen zwölf Strophen (Versen) zu den kürzeren renku-Dichtungen:
Einstiegsinformationen und Anleitungen:
hier > kürzere renku-Dichtungen

sowie
 Renkureckoner
Simply Haiku

 

 

 

 

 

 

 

Aus tausend Kehlen
Ein Frühlings-jûnichô

 

von Gabriele Reinhard und Claudia Brefeld

( November 2009 - Februar 2010 )

 



 1. F - GR




 2. F - CB



 3. V - GR




 
4. V (L) - GR



 5. W (L)
- CB




 6. V
- GR



 7. V
- CB




 8. H (M)
- GR



 9. H (B)
- CB




10. V
- CB



11. S
- GR




12. V
- CB





Frühlingsregen
aus Himmel und Eis
Mosaiken


Erstes Grün - mein Spiegelbild

beginnt zu fließen


Umschläge
voll zerrissner E-Mails
damals ihr Schweigen


auf der Schwelle die Hochzeit
besprechen


Krippenspiel
ein Kind schenkt Jesus
seine Mütze


Schokoduft
verlässt das Cafe


via Satellit
aus tausend Kehlen
... Götterfunken


im Licht des Wanderers
schmelzende Nebelschleier


Nachbars Garten
Letzte Asternsonnen
nicken herüber


Uluru - der Abend gräbt
Schatten ins faltige Gesicht


Traumfänger
gegen die Hitze
weiße Federn


Windböen zerstreuen
den Straßenlärm


 

 

 

 

 

 

 

berühren die Stille
Ein Herbst-jûnichô

 

von Claudia Brefeld und Gabriele Reinhard

( August - Oktober  2009 )

 



 1. H - CB




 2. H - GR



 3. V - CB




 
4. V (L) - CB



 5. W (L)
- GR




 6. V
- CB



 7. V
- GR




 8. S (M)
- CB



 9. V
- GR




10. F (B)
- GR



11. F
- CB




12. V
- GR





Nebelbank -
Ruderschläge berühren
die Stille


unter Schatten
bunte Blätter um einen Hut


Ihr Kinderlachen
löst sich aus Opas Hand -
Abenddämmerung


Vom Einsatz zurück - Tränen
fallen in Umarmungen


auf halber Schwelle
sein unerwarteter Antrag
Mistelzweige


Letzter Blick - fahles Licht
über Trümmerstraßen


im Tresor
handschriftliche Notizen
Borges und ich


Schwüle treibt den Mond
durch Schleierwolken


verwildert
der Klostergarten ...
flüsternder Wind


zwischen Forsythienzweigen
nach dem Schutt blaue Auen


kein Lied
beklagt ihre Trauer -
eine Lerche steigt auf


heiß und kalt
Schlusslichter kommen zurück


 

 

 

 

 

 

 

Kartoffelfeuer
Ein Herbst-jûnichô

 

von Claudia Brefeld und Walter Mathois

( August - Oktober  2009 )

 



 1. H (M) - CB




 2. H - WM



 3. V - CB




 
4. S (L) - CB



 5. V (L)
- WM




 6. V
- CB



 7. W
- WM




 8. V
- CB



 9. V
- WM




10. F (B)
- WM



11. F
- CB




12. V
- WM





Vollmond
über das Stoppelfeld
huschen Mäuse


Kartoffelfeuer -
der Bauer füllt die Pfeife



Eingeklemmt
zwischen Geschichte und Mathe
das Pausenbrot


Eng umschlungen
ein Perseidenschauer


Warten ...
Sekt prickelt
im Nabel


Schrilles Lachen
vom anderen Ufer


Buttertee schlürfen
neben der Eiswand
trampeln Yaks


Sturmwolken verschlingen
den Horizont


Murmeltiere
pfeifen - vorm Gipfelkreuz
rasten Wanderer ...


Wo ist das Osterei?
Er krabbelt durch die Primeln


Sein Kindergesicht
schmiegt sich ins Lammfell -
Strohduft


Papas Rasierer
mit den ersten Barthaaren


letzte Änderung: 19-8-2010